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Wie gehe ich mit Prellungen um?

prellung © roblan - Fotolia.com

Bild: Ein blauer Fleck auf der Haut ist an seiner typischen Färbung zu erkennen. Desto tiefer im Gewebe die Einblutung, desto weniger ist das Hämatom zu erkennen.

Sportunfälle führen schnell zu Schwellungen und Blutergüssen, den sogenannten Hämatomen. Neben Schmerzen treten Bewegungsbeeinträchtigungen auf. Eine falsche Bewegung beim Joggen und der Läufer knickt mit seinem Fuß um und stürzt. Beim Aufprall mit dem Knien auf den Boden können sich Gelenkprellungen bilden. Wie dem vorgebeugt werden kann, welche Prellungen es gibt und wie diese behandelt werden, erklären wir in diesem Artikel.

 

Was ist eine Prellung?

Die Prellung oder Quetschung wird in Expertenkreisen als Kontusion bezeichnet. Durch Gewalteinwirkung wird weiches Gewebe, zum Beispiel ein Muskel auf harte Strukturen, zum Beispiel einen Knochen gedrückt. Kommt es dabei zu Verletzungen der Kapillaren entsteht ein Bluterguss. Zudem tritt aus Blut- und Lymphgefäßen Flüssigkeit in das umliegende Gewebe ein. Abhängig von der Intensität der Prellung kann neben den Bluterguss eine Schwellung auftreten. Äußerlich muss eine Kontusion nicht zwingend erkennbar sein. Das ist häufig dann der Fall, wenn innere Organe betroffen sind.

Bei der Pathogenese (Entstehung) wird zwischen zwei Arten unterschieden:

  • Leichte Prellung: Bei einer leichten Kontusion sind Gewebeschichten direkt unter der Haut betroffen. Diese Art der Verletzung wird im Volksmund als Pferdekuss bezeichnet. Bei größerer Krafteinwirkung können auch Muskeln oder Gelenke verletzt werden.
  • Schwere Prellung: Bei einem schweren Verkehrsunfall kann es zu schweren Prellungen kommen. Dabei kann ein Muskel-, Herz- oder Hirnkontusion auftreten.

 

Welche Symptome treten bei einer Prellung auf?

Prellung Symptome

© Leo – Fotolia.com

Bild: Fußballspieler knicken leicht um und überdehnen sich dabei die Sehnen. Danach ist die unten erläuterte PECH-Regel anzuwenden.

Abhängig vom Körperteil wird zwischen verschiedenen Arten differenziert.

  • Hautprellung: Eingangs wurde bereits auf die Hautprellung eingegangen. Es bildet sich ein Hämatom und eine Schwellung. Leichte Prellungen müssen nicht durch einen Arzt behandelt werden.
  • Muskelprellung: Die Muskelprellung ist schmerzhaft. Zwischen den Fasern oder unterhalb der Muskelhaut reißen kleine Blutgefäße und führen zum Bluterguss. Dabei kann es zu einer Muskelverhärtung kommen. Bei starker Krafteinwirkung tritt ein Lähmungsgefühl auf.
  • Gelenkprellung: Handballer sind anfällig für diese Art von Prellung. Beim Sturz auf das Knie bildet sich im Unterhautfettgewebe des Gelenks ein Bluterguss. Infolge der Verletzung wird die Gelenkkapsel auseinander gedrückt und das führt zu Entzündungen.
  • Knochenprellung: Die spongiöse und die kompakte Knochenschicht sind von einer Knochenhaut umgeben. Durch die Krafteinwirkung treten zwischen der Knochenhaut und der kompakten Knochenschicht Zerreißungen von Gefäßen auf. Im Kampfsport oder beim Fußball kommt diese Verletzung häufig vor. Der Schmerz verfliegt binnen weniger Minuten wieder. Dafür ist das Schmerzgefühl sehr intensiv.
  • Nervenprellung: Nervenprellungen treten vermehrt dort auf, wo die Nerven über ein Gelenk verlaufen. Am bekanntesten ist der Musikantenknochen. Dabei liegt über dem Ellenbogen ein Nerv, der bei Krafteinwirkung Schmerzen auslöst. Das kribbelnde Gefühl hält nur wenige Sekunden an. Wird ein Nerv an anderen Körperstellen eingeklemmt, kann der Schmerz bis zu sechs Wochen anhalten.
  • Innere Organe: Die Milz, Leber und Niere sind anfällig für Prellungen. Beim Kontakt- und Mannschaftssport sind Blutergüsse an Organen keine Seltenheit. Der empfundene Schmerz ist nicht sehr hoch, sodass eine Kontusion nur schwer zu erkennen ist. Bereits beim Verdacht auf eine Prellung sollte sich der Betroffene von einem Arzt untersuchen lassen.
  • Rippenprellung: Gewalteinwirkungen auf den Oberkörper können zu Rippenprellungen führen. Von einem Rippenbruch ist die Prellung nur schwer zu unterscheiden. Während eine Prellung von selbst verheilt und harmlos ist, sollte bei einem Bruch umgehend zum Arzt gegangen werden. Bei einer Prellung führt das tiefe Einatmen, Lachen, Husten und verdrehen des Körpers zu Schmerzen.

 

Was kann bei Prellungen getan werden?

Bei leichten Prellungen können die Symptome in Eigenregie behandelt werden. Das PECH-Prinzip erläutert die Vorgehensweise und ist eine Art Schritt-für-Schritt-Anleitung. Hinter jedem Buchstaben verbirgt sich eine Handlungsanweisung.

  • P wie Pause: Tritt eine Prellung auf, sollte die sportliche Aktivität sofort eingestellt werden. Selbst wenn nur ein geringer Schmerz verspürt wird, ist eine Pause ratsam. Eine Fortführung der Sportart würde den Heilungsprozess in die Länge ziehen.
  • E wie Eis: Während oder nach der Pause sollte die Prellung mit Eis behandelt werden. Das Eis darf nicht direkt auf die Haut gepresst werden. Aus diesem Grund wird auch vom Einsatz von Eissprays abgeraten, da die Haut bei Anwendung verletzt werden kann.
  • C wie Compression: Um weitere Blutungen zu verhindern, kann ein Druckverband angelegt werden. Der Bildung eines Hämatoms wird durch diese Maßnahme entgegengewirkt.
  • H wie Hochlagerung: Im vierten und letzten Schritt wird das betroffene Körperteil auf Herzhöhe gelagert. Ausgetretene Flüssigkeiten können so optimal zurückgeführt werden.

Das Gewebe absorbiert Hämatome nach drei bis zehn Tagen vollständig. Bei ernsten Verletzungen kommt der Sportler um die Konsultierung eines Arztes nicht herum. Gegebenenfalls müssen die betroffenen Gebiete mit einem Ultraschallgerät untersucht werden. Mithilfe eine Röntgengerätes werden mögliche Frakturen ausgeschlossen. Bei einer Rippenprellung geht der Patient automatisch in eine Schonatmung über. Damit sich daraus keine Lungenentzündung oder Ateminsuffizienz bildet, muss eine Atemtherapie durchgeführt werden.

Rippenprellung

© Henrie – Fotolia.com

Bild: Bei einer Rippenprellung muss der Thoraxbereich ruhig gehalten werden. Ein Stützverband wird zwar nur noch selten angelegt, dennoch unterstützt er den Patienten bei der Atmung.

 

Weitere bewährte natürliche Maßnahmen:

  • Damit die Blutzufuhr angeregt wird, kann nach der Behandlung mit Eis am zweiten Tag eine warme Kompresse auf die Kontusion gelegt werden.
  • Durch ein sanftes massieren der Mitte der Prellung wird der Lymphfluss angeregt. Der Heilungsvorgang wird dadurch beschleunigt.
  • Eine Prellung sieht nicht schön aus. Direkte Sonneneinstrahlung beschleunigt den Prozess, das Bilirubin herunter zu brechen und die Kontusion schneller gelb werden zu lassen.
  • Etwas Essig auf der Haut hilft dabei, den Blutfluss zur Hautoberfläche zu verringern, dadurch heilt die Verletzung schneller aus.

 

Medikamente und Salben die helfen können:

  • Sofern Schmerzmittel im Haus sind, können diese eingenommen werden. Von Aspirin wird abgeraten, da sich durch die Blutverdünnung die Prellung verschlimmern kann. Bewährt haben sich Acetaminophen oder Ibuprofen.
  • Arnicasalbe gibt es in Drogerien. Täglich kann die Creme auf die betroffene Stelle bis zur Heilung geschmiert werden.
Schmerzmittel Prellungen

Bild: Im Jahr 2010 haben 42,31 Millionen Menschen angegeben, dass sie nie Schmerzmittel gegen Prellungen einnehmen. Bis Ende 2013 ist die Zahl um mehr als zwei Millionen Menschen auf 39,95 Millionen gesunken. Bildquelle: 2sneakers.de

Was passiert, wenn eine Prellung nicht behandelt wird?

Wird eine Prellung nicht frühzeitig behandelt, kann es zum Absterben von Muskelgewebe kommen. Dabei werden infolge der Krafteinwirkung Blutgefäße und Nerven gegeneinander gedrückt. Es kommt zur Drucksteigerung und zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff. Der Schmerz nimmt zu und führt im schlimmsten Fall zum Absterben von Gewebe.

Das abgestorbene Gewebe muss operativ entfernt werden. Wird das sogenannte Muskelkompressionssyndrom zu spät entdeckt, kann es nach dem medizinischen Eingriff zu Muskelschädigungen kommen. Rechtzeitiges Handeln führt zur vollständigen Genesung.

 

Prellungen lassen sich nicht vermeiden, aber das Risiko lässt sich minimieren

Im Sport und im Alltag kommen Prellungen häufig vor. Die richtige Kleidung minimiert zumindest das Verletzungsrisiko. Ein Fußballspieler zieht Schienbeinschoner, ein Volleyballspieler Knieprotektoren und ein Radfahrer einen Helm an. Zusätzlich können gefährdete Stellen mit Bandagen geschützt werden. Ein kurzes Aufwärmprogramm minimiert ebenfalls das Risiko einer Kontusion. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Konzentrationsbereitschaft. Sport sollte nicht bei Erschöpfung betrieben werden, da das Verletzungsrisiko signifikant ansteigt.

Das Schuhwerk spielt ebenso eine wichtige Rolle. Gute Schuhe geben dem Träger den nötigen Halt und vermindern das Sturzrisiko.

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