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Was unterscheidet die verschiedenen Sportschuhe voneinander?

sportschuhe unterschiede © Brian Jackson - Fotolia.com
Bei der Wahl des Sportschuhs sollten keine Kompromisse gemacht werden. Dinge wie die Fußfehlstellung und das Abrollverhalten haben einen Einfluss auf den Schuhtyp. In diesem Artikel möchten wir Ihnen einige allgemeine Tipps zum Schuhkauf mit an die Hand geben. Zudem wird zwischen verschiedenen Sportarten differenziert.

 

Der Sportschuh und seine Geschichte

Der Begriff Adidas leitet sich vom Begründer Adolf Dassler (Spitzname Adi) ab. Gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf gründeten sie die Firma „Gebrüder Dassler Schuhfabrik“. Adolf Dassler entwickelte in den 20er Jahren den ersten Laufschuh mit Gummisohle und stieß damit auf rege Begeisterung bei den Athleten. Bereits bei den olympischen Spielen 1928 in Amsterdam trugen viele Sportler seine Schuhe. Zu dieser Zeit stellte Adolf Dassler auch die ersten Fußballschuhe her. Nach einem Streit im Jahre 1948 führte Adolf seine Geschäftstätigkeiten unter dem Namen Adidas und Rudolf unter den Firmennamen Puma fort.

Zuvor hat die Firma Converse Rubber Shoe Company Sportschuhe für das Spiel Basketball konzipiert. Der Schuh bestand ebenfalls nicht aus einer Leder-, sondern aus einer Gummisohle. In Deutschland sind die Schuhe als „Chucks“ bekannt. Der Name geht auf den Basketballspieler Chuck Taylor zurück. Er hatte 1917 erstmals öffentlich für die Schuhe geworben und damit den Grundstein für den Erfolg von Converse gelegt. Weltweit wurden bis heute über 655 Millionen Exemplare verkauft. Das Unternehmen gehört heute zum Konzern Nike.

Als 1954 die erste Fußballweltmeisterschaft stattfand trugen die meisten Spieler Schuhe der Marke Adidas. Von damals bis heute hat sich der Schuh ständig gewandelt. Wo früher noch Leder war, sind heute Kunststoff und synthetische Materialien.

In den 80er Jahren setzte in allen Bevölkerungsschichten ein Fitnessboom ein. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Unternehmen konzentrierten sich auf die Verbesserung der Dämpfung zur Schonung von Knochen und Gelenken und die Kreativ-Abteilungen kreierten ausgefallene Designs. Der Sportschuh wurde massentauglich und war aus den Alltag nicht mehr wegzudenken.

 

Welche Ziele werden mit dem Tragen eines Lauf-/Sportschuhs verfolgt?

Ein Laufschuh dient drei Zielen: Schutz vor Verletzungen, Steigerung der Leistung und Langlebigkeit. Auch wenn letzteres keinen direkten Einfluss auf den Sportler hat, soll es in diesem Artikel nicht unerwähnt bleiben. Alle drei Ziele hängen stark von den Präferenzen des Läufers ab. Ein Stadtläufer ohne Fußfehlstellung stellt an seinen Schuh andere Anforderungen als ein Basketballspieler.

In erster Linie soll ein Schuh vor Verletzungen und Abnutzungen schützen. Problemen mit der Achillessehne oder dem Sprunggelenk soll vorgebeugt werden. Jeder der schon mal eine Runde Joggen war, ist mit aller Wahrscheinlichkeit mindestens einmal umgeknickt. Durch die plötzliche Überdehnung der Bänder und die Bewegung des Gelenks kann es zu einer Bänderdehnung bis hin zum Bänderriss kommen. Neben den Sprunggelenk und den Bändern kann auch der Rücken in Mitleidenschaft gezogen werden. Rückenschmerzen resultieren häufig aus der Wahl der falschen Laufschuhe.

Das Sekundärziel liegt in der Steigerung der Leistung begründet. Der Sportler soll durch optimalen Grip, funktionale Materialien und idealen Tragekomfort das bestmöglich aus seinen Bemühungen herausholen.

Die Haltbarkeit und Reinigung spielt eine weitere wichtige Rolle. Beim Outdoor-Training wird das Schuhwerk schnell dreckig und deshalb muss das Obermaterial einfach zu reinigen zu sein. Zudem wird bei Schuhen Langlebigkeit gefordert. Die Dämpfung darf auch nach mehrmaligen Tragen nichts an der Funktionalität einbüßen. Die Nähte und die Schnürsenkel sollten ebenfalls von ordentlicher Qualität sein. Abhängig von der Intensität der Nutzung kann ein Laufschuh zwischen 650 und 1.000 Kilometer halten.

 

Aus welchen Komponenten besteht ein Laufschuh?

aufbau Laufschuh

Bild: Schematischer Aufbau eines Laufschuhs. Bildquelle: 2sneakers.de

  • Obermaterial: Früher wurden Sportschuhe aus Leinen und Leder hergestellt. Heute werden Funktions-Fasern und -Materialien verwendet. Diese sind besonders Atmungsaktivität und führen durch den entstehenden Überdruck den Schweiß nach außen ab. Die eigentliche Atmungsaktivität ist auf die Konstruktion des Obermaterials zurückzuführen. Zum Einsatz kommen Nylon, Microfasern und Mash-Materialien.
  • Fersenkappe: Der Fersenkappe kommt eine besondere Bedeutung zu. Die Fersenschale bietet dem Fuß beim Laufen den nötigen Halt. Um Blasen zu vermeiden, muss der Fuß perfekt in der Fersenbox sitzen. Bei Problemen kann die Fersenhalt- oder Marathonschnürung Abhilfe schaffen.
  • Dämpfungssysteme: Um den Ballen- und Fersenbereich vor dem Aufprallstoß auf harten Untergrund zu schützen, entwickeln die Hersteller verschiedene Dämpfungssysteme. Einige arbeiten mit Gelkissen andere mit Gas- und Luftkissen. Die Stoßbelastung wird auf den gesamten Schuh verteilt und mindert somit das Verletzungsrisiko und schützt vor Belastungsschäden. Neue Technologien erlauben eine Energierückgewinnung.
  • Zwischensohle: Die Zwischensohle wird auch als Mittelsohle bezeichnet. Darin ist das Dämpfungssystem des Schuhs untergebracht. Rund 80 Prozent der Dämpfungseigenschaften übernimmt dieser Schuhbestandteil. Zudem befindet sich in der Zwischensohle die Pronationsstütze. Die Mittelsohle besteht aus Ethylenvinylacetat, kurz EVA. Der leichte Kunststoff bestimmt den Härtegrad der Sohle.
  • Pronationsstütze: Menschen mit einer Fußfehlstellung achten beim Schuhkauf auf die Pronationsstütze. Damit soll der Fuß stabilisiert und ein Einknicken nach innen oder außen vermieden werden.
  • Außensohle: An die Außensohle werden spezielle Anforderungen gestellt. Das Material muss abriebfest, griffig und robust sein. Im Outdoorbereich besteht die Sohle eines Laufschuhs durchgängig aus Karbongummi. Um die Elastizität zu erhöhen werden sogenannte Kerben eingearbeitet. Dadurch bleibt die Sohle flexibel.

 

Welche Bedeutung hat der Untergrund auf die Wahl des Schuhwerks?

Beim Schuhkauf muss sich Zeit genommen werden. Der richtige Schuh kann nur erworben werden, wenn dem künftigen Träger der Einsatzort bekannt ist. Ein Sportschuh für die Halle muss andere Dinge mitbringen als ein Schuh für Aktivitäten in der Natur. Im Folgenden sollen verschiedene Untergründe und die spezifischen Anforderungen an das Schuhwerk aufgelistet werden.

  • Wald: Für Sportarten im Wald kann auf Dämmung verzichtet werden, denn der Boden ist bereits ausreichend weich. Wichtig beim Training auf unebenem Gelände sind die Stabilität und die Größe der Trittfläche. Ähnlich wie bei einem Autoreifen muss die Außensohle ein starkes Profil besitzen.
  • Asphalt: Für Läufe und Sportbetätigungen im urbanen Gelände empfiehlt sich ein Schuh mit einer guten Dämpfung. Einige Fußwege verlaufen leicht schräg zur Straße hin, damit das Wasser ablaufen kann. Dadurch kann es zur Überreizung an den Seiten kommen.
  • Sandiger Untergrund und Tennisböden: Damit sich ein Schuh für einen Tennisboden eignet, sollte er dem Träger genügend Stabilität verleihen. Die Haftung ist ebenfalls wichtig.
  • Halle: Der Hallenboden ist in der Regel leicht nachgiebig. Auf eine Dämpfung kann deshalb verzichtet werden. Um ein Umknicken zu vermeiden, sollte ein Schuh mit einem geringen Absatz gewählt werden.

 

Welche Sportart verlangt welchen Schuh?

Basketballschuhe Eigenschaften

© Mariano Pozo Ruiz – Fotolia.com

Es gibt über 500 Sportarten. Nicht alle sind olympisch und in Deutschland bekannt, dennoch stellt jede Sportart ganz spezielle Anforderungen an das Schuhwerk. Für eine Handvoll an Aktivitäten sollen im Folgenden die Besonderheiten aufgelistet werden:

  • Fußball: Der Fußballschuh ist an der Ferse gut gepolstert und besitzt einen stabilen Mittelfußbereich. Am Spann und an der Fußinnenseite wird der Schuh verstärkt, damit wird die Schusskraft erhöht und der Ball beim auftretenden Drehmoment stabilisiert. Bei der Oberflächenstruktur werden spezielle Beschichtungen verwendet. Diese besitzen haftende Eigenschaften und erhöhen die Ballkontrolle. An der Außensohle sind Nocken oder Stollen angebracht.
  • Basketball: Manche Spieler tragen Schuhe mit einem hohen und andere mit einem niedrigen Schaft. Hohe Basketballschuhe verleihen dem Spieler bei schnellen Bewegungen den nötigen Halt. Dafür sind diese in der Regel schwerer, was die Sprungkraft beeinträchtigt. Anders als beim Fußball muss der Schuh gedämpft sein, da die Sprünge abgefedert werden müssen. Weitere Informationen finden Sie hier: Was ist wichtig beim Kauf von Basketballschuhen?
  • Boxen: Boxschuhe besitzen einen hohen Schaft, denn bei der schnellen Sportart muss der Knöchel stabilisiert werden. Eine weitere Anforderung wird an das Gewicht gestellt. Der Schuh muss leicht sein. Die Sohle passt sich dem Boden an und bietet eine starke Haftung.
  • Fitness & Freeletics: Der Begriff Fitness umfasst sowohl das Trainieren mit Gewichten als auch Konditionsübungen. Aus diesem Grund empfiehlt sich ein „Hybridschuh“. Eine eindeutige Aussage kann jedoch nicht getroffen werden, da der richtige Schuh von den Übungen abhängt.
  • Handball: Beim Handball kommen Schuhe mit guter Dämpfung und geringer Höhe zum Einsatz. Der Sport verlangt vom Spieler Schnelligkeit ab. Ein normaler Laufschuh würde wegen seines Eigengewichts den Träger am Spiel behindern und stark einschränken.
  • Parkour: Beim Parkour oder Freerunning ist die Haftung besonders wichtig, denn beim Abrutschen von einem Gerät/Mauer… können schlimme Verletzungen entstehen. Die Stabilität und Dämpfung sind zweitrangig, dennoch sollte darauf geachtet werden.

 

Welcher Fußtyp bin ich?

Bevor ein Schuh gekauft wird, müssen die Fußform und der Pronationsgrad in Erfahrung gebracht werden. Ein Blick auf die Sohle eines getragenen Schuhs kann erste Hinweise auf den Fußtyp geben.

  • Hohlfuß: Außen an der Sohle ist der Abrieb, denn das Abrollverhalten geht über die Außenseite.
  • Normalfuß: Der Schuhabrieb ist gleichmäßig und abgerollt wird der Fuß über die Mitte der Sohle.
  • Plattfuß: Typisch für einen Plattfuß ist der Schuhabrieb auf der Innenseite der Sohle.

Um die Laufeffizienz zu steigern und das Verletzungsrisiko zu minimieren, gibt es für die Überpronation, normale Pronation und Supination verschiedene Arten von Schuhen. Durch eine Kniebeuge kann herausgefunden werden, welcher Pronations-Typ auf einen zutrifft.

  • Überpronation: Bei der Kniebeuge dreht sich das Knie nach innen. Auch im Stand sind die Beine nach innen gebogen.
  • Normale Pronation: Ein normaler Stand und keine ausweichende Bewegung des Knies nach außen.
  • Unterpronation (Supination): Beim Beugen des Knies dreht sich das Knie nach außen.

 

Vor dem Kauf eines Sportschuhs steht eine Analyse

Ein Schuh sollte nicht vorrangig wegen dem Aussehen oder des geringen Preises gekauft werden. Wirkliche Kaufargumente sind gesundheitliche Aspekte. In erster Linie muss der Schuh zu einem passen und den geforderten Zweck erfüllen. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass zwischen der Spitze des Schuhs und dem längsten Zeh eine Daumenbreite Platz ist.

Bei der Wahl des falschen Schuhs können sich an der Ferse und an den Zehen Blasen bilden, die Bänder und Sehnen können gereizt werden, Entzündungen können auftreten, das Knie und der sich darunter befindliche Knorpel können beschädigt werden und Schmerzen können entstehen.

Mit den hier genannten Tipps sind Sie für den Schuhkauf gerüstet. Viel Spaß dabei.

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