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Typische Verletzungen beim Laufen, was tun?

Verletzung laufen

Bild: Der Mensch hat mehr als 650 Muskeln. Diese machen vierzig Prozent des Körpergewichts aus und sind somit schwerer als die Knochen. Um Verletzungen am Bewegungsapparat zu vermeiden, bedarf es einer ordentlichen Behandlung von Zerrungen und Entzündungen. Bildquelle: Muskel Laufstudie beim Mann © York – Fotolia

Wer läuft, bleibt psychisch gesund. Zu diesem Ergebnis kommen zahlreiche Studien. Beim Joggen oder der Ausübung einer anderen sportlichen Aktivität können dennoch körperliche Verletzungen auftreten. Welche Ursachen Zerrungen und Sehnenschmerzen haben und wie sich diese behandeln lassen, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Bild: Im Jahr 2011 wurden durchschnittlich 12,3 AU-Tage je 100 Versicherungsjahre aufgrund von Luxation, Verstauchung und Zerrung der Gelenke und Bänder in Höhe des oberen Sprunggelenkes und des Fußes gezählt. Bildquelle: 2Sneakers.de

Sehnenschmerzen: Ursachen und Behandlung

Schmerzen an der Achilles- oder Patellarsehne führen zur Lustlosigkeit am Laufsport und schränken somit die eigenen Aktivitäten ein.

  • Achillessehne: Viele Sportler beschweren sich über Schmerzen an der dicksten und kräftigsten Sehne des Körpers. Die 20 Zentimeter lange Sehne beugt das Sprunggelenk und hebt die Ferse beim Laufen an.
  • Patellarsehne: Die Sehne ist für das Strecken des Beines zuständig. Als Patellarspitzen-Syndrom wird der auftretende Schmerz bei der Streckung des Knies bezeichnet.

 

Welche Ursachen gibt es für Sehnenschmerzen?

Sehnenscheiden Entzündung Fuß

Bild: Die Ursachen für eine Sehnenentzündung können vielfältig sein. Eine ordentliche Behandlung beschleunigt den Heilungsprozess. Bildquelle: Sehnenscheidenentzündung am Fuß © bilderzwerg – Fotolia

 

Sportliche Erfolge hängen nicht ausschließlich von der Intensität des Trainings ab, sondern auch von der richtigen Ernährung und ausreichend Regenerationszeit. Wird eine der drei Säulen vernachlässigt, kann dies zu Überlastungsbeschwerden in Form von Sehnenschmerzen führen. Zudem spielen die Ausübung der Sportart, der Fußtyp und der Pronationstyp eine entscheidende Rolle.

  • Fußtyp: Hohlfuß, Normalfuß, Plattfuß
  • Pronations-Typ: Überpronation, Normale Pronation, Unterpronation

Eine Fußfehlstellung und eine Über- oder Unterpronation wirken sich negativ auf den Bewegungsapparat aus und begünstigen das Auftreten von Schmerzen an den Sehnen. Was viele Sportler nicht wissen, auch Antibiotika können als Nebenwirkung zu Beschwerden führen. Ein Blick auf den Beipackzettel oder eine Nachfrage beim Apotheker können folglich nicht schaden.

  • Hormonelle Veränderungen

Im Bereich des Knies klagen Mütter nach einer Schwangerschaft über Schmerzen. Direkt nach der Geburt des Kindes treten die Symptome verstärkt auf. Dafür verantwortlich ist der sich verändernde Hormonspiegel. Einige Monate nach der Geburt gehen die Beschwerden wieder weg.

  • Weichteilrheumatismus

Die sogenannte Fibromyalgie ist gleichbedeutend mit Weichteilrheumatismus und befällt Sehnen, Bindegewebe und Muskeln. Die Ursachen sind nicht hinlänglich bekannt. Als Symptome treten schmerzhafte Druckpunkte und die für rheumatische Erkrankungen typischen reißenden Schmerzen auf.

  • Läuferknie

Sollte keine der oben genannten Ursachen zutreffen, kann es sich auch um eine Entzündung der Sehnen handeln. Beim Traktusscheuersyndrom, besser bekannt unter Namen „Läuferknie“ handelt es sich beispielsweise um eine Entzündungsreaktion. Die Läuferkrankheit wird durch eine falsche Belastung der Knie hervorgerufen. Sportler mit O-Beinen sind besonders anfällig dafür. Zudem haben betroffene Sportler meistens eine Überpronation.

  • Muskuläre Dysbalance

Ein weiterer Grund für Schmerzen können muskuläre Dysbalancen sein. Das Ungleichgewicht der Muskulatur tritt bei einseitigem Muskeltraining auf. Wie die Dysbalance behandelt werden kann, erläutern wir im nächsten Abschnitt.

 

Wie lassen sich Sehnenschmerzen behandeln?

Es gibt viele Arten, um den Schmerz zu behandeln. Einige sind aufwändig und andere lassen sich schnell umsetzen. Am bekanntesten dürfte die Einlage sein. Abhängig von den Daten einer Laufanalyse werden in Orthopädiefachgeschäften individuelle Einlagen gefertigt.

  • Muskuläre Dysbalance

Die oben angesprochene muskuläre Dysbalance kann durch das gezielte Training von verschiedenen Muskelgruppen beseitigt werden. Wer zum Beispiel im Fitness-Studio seine Rückenmuskeln trainiert und die Bauchmuskeln vernachlässigt, wird sich früher oder später über Rückenschmerzen beklagen. Beim Laufen sollte an den freien Tagen ein Ausgleichstraining absolviert werden. Koordinations- und Dehnübungen können das Ungleichgewicht beheben.

  • Dehnübungen

Ein weiteres Augenmerk zur Vermeidung von Sehnenschmerzen sollte auf das Dehnen gelegt werden. Dabei ist nicht nur das Stretchen vor und nach dem Training gemeint, sondern auch an trainingsfreien Tagen. Dadurch werden sowohl die Sehnen als auch die Bänder gesund gehalten.

  • chronische Übersäuerung

Eine der drei tragenden Säulen eines erfolgreichen Sportlers ist die Ernährung. Eine chronische Übersäuerung kann zu Sehnenbeschwerden führen. Um die Übersäuerung festzustellen, muss der pH-Wert des Urins ermittelt werden. Dafür kann ein Teststreifen in der Apotheke oder Drogerie erworben werden. Durch die Umstellung der Ernährung kann der Sportler der Übersäuerung entgegenwirken.

 

Probleme mit der Achillessehne

Arten Achillessehne

Bild: Laut einer Studie mit 69 Militärkadetten litten zehn davon nach den Langstreckenläufen an einer Überlastung der Achillessehne. Bildquelle: Probleme der Achillessehne © bilderzwerg – Fotolia

Bei Problemen mit der Achillessehne können abwechselnde Kälte- und Wärmebehandlungen helfen. Wichtig ist, dass die Behandlung innerhalb der ersten 24 bis maximal 48 Stunden stattfindet. Generell gilt, desto schneller, desto besser. Die schmerzende Sehne wird für 20 Minuten mit Eis gekühlt und anschließend folgt eine 20 minütige Ruhephase. Es ist darauf zu achten, dass die Haut nicht direkt mit dem Eis in Kontakt kommt. Ein Handtuch oder ein Stück Stoff kann Abhilfe schaffen. Neben der Einwirkung von Kälte kann auch Wärme die Schmerzen an der Sehne lindern. Dafür wird ein Wärmekissen für 20 Minuten auf die betroffene Stelle gelegt. Bei beiden Varianten ist es wichtig, keinen Druck auf die Achillessehne auszuüben. Sportmediziner beziffern den Heilungsprozess der angeschlagenen Sehne auf sechs bis acht Wochen.

Wenn nach zwei Wochen keine der genannten Maßnahmen zur Heilung führt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der Besuch beim Mediziner ist besonders wichtig, da die Schmerzen sonst chronisch werden.

Neben den Sehnen auch die Muskelhaut untersuchen lassen

Muskeln sind von einer dünnen Schicht aus Bindegewebe umgeben. Die Muskelhaut wird als Fascia bezeichnet und gibt dem Muskel die Form und nötige Festigkeit. Es kann vorkommen, dass die Faszien verkleben und den Sportler bei Bewegungen behindern. Die Verklebungen führen zu Beschwerden und ähneln den typischen Sehnenschmerzen, weshalb es oft zu Verwechslungen kommt.

Um die Beschwerden zu lindern, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wird ein Physiotherapeut aufgesucht oder die Verklebungen werden mit einem Foam Roller selbstständig gelöst.

Muskelzerrung: Ursachen und Behandlung

Die Muskelzerrung entsteht nicht durch Krafteinwirkung von außen, sondern entwickelt sich langsam. Die Zerrung gehört wie auch der Faserriss zu den geschlossenen Muskelverletzungen und zieht die Haut nicht in Mitleidenschaft.

Folgende Zerrungen kommen bei Läufern häufig vor:

  • Wadenzerrung
  • Oberschenkelzerrung

 

Welche Ursachen gibt es für Muskelzerrungen?

Für eine Zerrung gibt es verschiedene Ursachen und Schweregrade. Bereits eine Überdehnung des Oberschenkels kann zu einer Muskelzerrung führen. Aber auch bei Überbeanspruchung der Muskulatur kann die innere Verletzung auftreten. Weitere Gründe können eine niedrige Außentemperatur, Müdigkeit & Erschöpfung, Nährstoffmangel oder eine Fußfehlstellung sein.

  • Grad 1: Der erste Grad äußert sich nach dem Sport in Form von leichtem Brennen und Ziehen im Muskel. Einzelne Fasern wurden überdehnt oder sind gerissen.
  • Grad 2: Wenn eine größere Anzahl an Fasern gerissen ist, wird die Verletzung dem zweiten Grad zugeordnet. Der Schmerz tritt bereits während der sportlichen Aktivität auf und nimmt beim Stehen nicht ab. Einige Tage später treten Prellungen an der betroffenen Stelle auf.
  • Grad 3: Beim dritten Grad schwillt die Muskelgruppe an und ein schmerzfreies Gehen oder Stehen ist nicht möglich. Entweder ist der Muskel komplett oder ein Teil davon gerissen.

 

Wie lassen sich Muskelzerrungen behandeln?

Um eine Zerrung nicht behandeln zu müssen, bedarf es einiger Vorsorgemaßnahmen. An kalten Tagen sollte der Körper in einem fünfzehn minütigen Aufwärmprogramm auf die richtige Temperatur gebracht werden. Während des Sports muss der Organismus mit ausreichend Elektrolyten versorgt werden, dadurch wird ein Salzmangel vermieden.

Fazit

Verletzungen lassen sich vermeiden, sollten sie dennoch auftreten, können diese zum Teil vorerst selbst behandelt werden. Wenn der Heilungsprozess nicht einsetzt, muss ein Arzt aufgesucht werden. Eine entscheidende Rolle spielt das richtige Schuhwerk. Eine Fachkundige Beratung, um den passenden Schuh zu finden ist unabdingbar.

 

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